Dienstag, 30. Juli 2013

Fernweh

Fernweh ist wie eine Krankheit; hat sich bei mir eingenistet und klammert sich an mein Herz, zerreißt es förmlich und macht jeden Blick auf das strahlende Blau des Meeres zur Qual, weil ich auch dieses Jahr nicht mit einer Auszeit fernab vom Alltag rechnen kann. Seit Tagen suche ich mehr oder weniger günstige Urlaubsangebote und schwelge in den Möglichkeiten, immer mit dem Wissen im betrübten Hinterkopf, dass ich nicht dorthin reisen werde. Wieder werde ich hier feststecken, genau so wie die letzten sieben oder acht Jahre. Der letzte Urlaub an einem der Ozeane liegt so weit zurück, dass sich meine Erinnerung auf einen grünen Baldachin am Strand beschränkt und auf einen kleinen, gelblichen Fisch, der vor meiner Taucherbrille auftauchte, um dann wieder in der Weite des Meeres zu verschwinden. Dabei würde ich so gerne in den nächsten Flieger Richtung Griechenland oder Menorca steigen und mir eine erfrischende Brise salziger Meeresluft um die Nase wehen lassen, mich in die tosenden Wellen werfen, neue Welten - über und unter Wasser - erkunden und mir den feinen Sand langsam durch die Finger gleiten lassen; Ich möchte Olivenbäume bestaunen und die griechische Kultur vor Ort erleben, oder in einer kleinen Bucht Sonnenbaden und das mediterrane Flair der spanischen Insel genießen. Abschalten, fliehen. Irgendwo zwischen felsigen Küsten und dem Ozean mit dem beruhigenden Rauschen der Brandung als süße Symphonie zur Untermalung der Entspannung. Verloren gehen, mich für einen Moment verlieren und an nichts denken. An einem Ort sein, an dem mich niemand kennt, an dem ich neue Inspiration schöpfen kann und zur Ruhe komme. Wenn ich mir Bilder des Meeres ansehe, fühle ich mich ruhig. Es tut mir gut. Haltet mich für bescheuert, aber ich habe mir das Rauschen des Meeres auf Youtube angehört. Ich habe sogar einen Blog nur für Bilder erstellt, die im Zusammenhang mit dem Meer und Urlaub stehen, weil es mich glücklich macht diese anzusehen. Doch ich habe keine Begleitung und bei solch einer Unternehmung möchte man die Erlebnisse mit irgendjemandem teilen, damit man sich gemeinsam erinnern kann und vielleicht auch, damit keine Langeweile aufkommt. Entspannung ist gut, auch zu zweit möglich, doch ich denke irgendwann wird der Moment kommen, in dem man ein paar Worte wechseln möchte. Da es mir schwer fällt Kontakte zu knüpfen, wäre es die logische Konsequenz nicht allein zu reisen. Abgesehen davon möchte ich nicht alleine reisen, weil ich es mir nicht zutraue. Ich bin zu unsicher, zu ängstlich. Immerhin eine Einsicht; allerdings auch eine Einsicht, die mir einige Möglichkeiten verbaut.
Meine Mutter, eine ihrer Schwestern und meine Großeltern fliegen Ende September in die Türkei und ich bleibe mit meinem Vater Zuhause. Nachbuchen wäre eine Option, nur für eine Woche allerdings, weil sich die Termine sonst mit der Uni überschneiden. Ich bin schon fast gewillt, ernster darüber nachzudenken, doch es ist nicht mein Wunschziel. Griechenland und Menorca haben sich in mein Herz gebrannt. Kristallklares Wasser, Felsen und andere schöne gestalterische Bilder der Landschaft, die die Atmosphäre für mich interessant machen. Interessant und unerreichbar. So unerreichbar, dass ich den Gedanken an einen Urlaub auch gleich wieder aufgeben kann. Das Meer in Holland ist erreichbar, aber es ist nicht das selbe, nicht weit genug, nicht Urlaub genug. Vielleicht versteht es jemand, das Feeling ist für mich zu deutsch. Ich habe schon jemanden gefragt, aber sie hat abgesagt, kann nicht mit mir fahren. Viele Leute kommen dann nicht mehr in Frage, einige sind schon im Urlaub, andere fahren demnächst. Darunter meine Mädels, die erste Wahl gewesen wären. Also bleibe ich hier und hänge eine Tapete mit Palmenmotiv an die Wände, bringe mit den Schuhen etwas Sand in mein Zimmer und lege ein paar Muscheln aus. Karibik mitten im Ruhrpott ☼

Montag, 22. Juli 2013

Wenn Nächte ehrlicher sind als Tage

Das gestrige Wetter lud dazu ein, die nächtliche Wärme auf dem Balkon zu genießen, einen Blick in den Himmel zu werfen und den Begriff "nächtliche Ruhe" zu überdenken. Ich fand schon immer, dass eine Stadt während der Nacht ihr wahres Gesicht zeigt. Draußen sind lediglich die Häuser, Straßen und Parks und gelegentlich auch mal ein Mensch, der sich nach einer durchzechten Nacht verirrt hat. Doch nie sind viele Menschen unterwegs, die das Bild der Stadt mit bunter Kleidung, oder lautstarken Gesprächen verfälschen. In der Nacht ist die Stadt nur eine Ansammlung von Gebäuden, mehr nicht. Und komischerweise ist es genau das, was in mir Wohlbefinden auslöst. Ein einziges Mal ist mein Heimatort nur das, was er zu sein scheint. Keine bösen Erinnerungen, keine Stimmen, die mir etwas einreden wollten, nur das entfernte Rauschen der Autobahn, das man mit reichlich Fantasie auch für das Rauschen des Meeres hätte halten können. Mit sehr viel Fantasie. Ich fand Zuflucht in der Dunkelheit, die mich nach einiger Zeit eingehüllt hat wie eine Decke. Es war die dritte sternklare Nacht in Folge und sie hat mehr offenbart als einige mir immer noch unbekannte Konstellationen am Himmel. Nichts Bahnbrechendes, wie der Sinn des Lebens. Persönliche Dinge; einige Entscheidungen, die letztendlich genau die richtigen waren. Vielleicht sogar Schicksal, wer weiß das schon? In diesem völligen Gleichgewicht wurde ich durch sämtliche Emotionen geschleudert, musste an vieles denken, ohne jedoch überfordert zu sein und ohne mich dabei zu schlecht zu fühlen. Es gab allerdings gestern eine Unterhaltung zwischen K und mir, die mich kurzzeitig aus der Bahn geworfen hat. Anspielungen, die dazu geführt haben, dass ich einem Treffen zugestimmt habe, was nicht verwerflich ist, nicht falsch und nicht schlimm. Eigentlich. Es ging wie so oft um körperliche Nähe und meine Hemmungen, die ich ihm gegenüber nie wirklich erklärt habe. Einerseits, weil ich ihm keine Rechenschaft schuldig bin und andererseits, weil ich selbst keine genaue Erklärung dafür habe. Außer meinen generellen mentalen Zustand, der mir gerne einen Strich durch die Rechnung macht, mich einschränkt und mich schon häufig potenziell gute Tage und Erlebnisse hat ausschlagen lassen. Trotz aller Bedenken über diese Unterhaltung, die zu viel "Vielleicht sollte ich dich überrumpeln" und "Einfach machen" beinhaltete, habe ich dem Treffen zugestimmt. Ein Treffen, das mir schon jetzt Bauchschmerzen bereitet, weil es ihm wahrscheinlich die Möglichkeit bietet, mich weniger bekleidet zu sehen. Obwohl mir da auch schon eine Lösung eingefallen ist, mit der ich leben kann. Eventuell. Wenn nicht kann ich immer noch die Flucht ergreifen. So viel zum Thema nächtliche Ruhe: äußerlich entspannt und im Inneren laufen die Monologe um die Wette. Was ist richtig, was ist falsch? Ja oder nein? Sollte ich, oder lieber doch nicht? Und trotzdem war es die schönste Nacht seit langer Zeit. Wir denken immer, man müsse den Tag nutzen, doch vielleicht sind es gerade die Nächte, denen man mehr Beachtung schenken muss. Nicht zum Schlafen, sondern um die Augen offen zu halten. Nehmt euch die Zeit einen Blick in den Sternenhimmel zu werfen, es lohnt sich! Nehmt euch Zeit, um in den Schatten nach Schönheit zu suchen! Nicht nur in der buchstäblichen Nacht, sondern auch, wenn die Dunkelheit über euch hereinbricht. Wären diese beschissenen Zeiten nicht gewesen, hätte ich mindestens einen wundervollen Menschen niemals so kennengelernt, wie ich es letztendlich getan habe und ich bin froh, dass es so war. Ein leuchtender Sternenhimmel macht sentimental. Die Nacht verschaffte also teilweise Klarheit und hatte dennoch etwas Beängstigendes an sich. Vielleicht war es die Stille, in der selbst ein Flüstern zu laut wirken konnte, vielleicht aber auch die Erkenntnis, dass ich trotz aller Bemühungen nicht die Person sein kann, die ich gerne sein würde. Es liegt nicht in meiner Natur und es ist nicht einmal schlimm. Ich kann auch nicht das sein, was andere wollen. Ich bin ich -  wer auch immer das ist. Die Zweifel und Unsicherheiten bleiben trotzdem, doch es gibt Menschen denen ich am Herzen liege. Ich darf es nur nicht vergessen; egal wie laut die Stimmen im Inneren schreien.
Macht euch einen wunderschönen Tag in der Sonne, nur vergesst bitte das Trinken nicht! Und wo wir gerade beim Thema sind, die Smoothie Seite ist nun online, vielleicht findet ihr da eine Erfrischung. ☼

Sonntag, 21. Juli 2013

Altlasten loswerden und neu starten

Der Titel verrät es vielleicht und mit einem Blick auf mein Archiv wird es verdeutlicht. Ich habe sehr viele Einträge, besonders die des letzten Jahres und der letzten Monate zurück in den Entwurfsmodus verfrachtet. Viel ist nicht mehr übrig von dem, was mal hier stand und das war genau der Sinn. Ich habe mich nicht über Nacht verändert, vielmehr schon länger mit dem Gedanken gespielt, neu anzufangen. Beispielsweise nur noch zu schreiben, wenn etwas wirklich wichtiges passiert ist, oder mir etwas so sehr unter den Nägeln brennt, dass ich es unbedingt loswerden muss. Ob diese Dinge nun negativ oder positiv sind, sei dahin gestellt. Ich werde weiterhin über alles berichten, was mir durch den Kopf geht. Ich konnte diese Dinge aus der Vergangenheit nur nicht mehr ertragen. Was bringt es schon, sich diese Einträge immer wieder durchzulesen? Nichts. Außerdem ist mein Blog ziemlich uninteressant geworden, denke ich. Vielleicht schreibe ich gelegentlich auch über andere Themen, Allgemeines. Oder mehr über Dinge, die ich erlebt habe, fokussiert auf eine bestimmte Sache und nicht den ganzen Tag. Momentaufnahmen. Vielleicht habt ihr Fragen, die ich beantworten kann? Vielleicht mehr Bilder aus meinem Leben und der Umgebung, in der ich wohne? Lieblingsplätze? Ich weiß es nicht. Ich brauche nur etwas Veränderung und bin für Vorschläge eurerseits immer offen! Die Seite mit den Smoothies mache ich heute noch fertig und stelle sie online. Vielleicht kommen noch Seiten mit anderen Rezepten dazu, falls Interesse besteht. 
Ich möchte mich auf meinem Blog wieder wohlfühlen können. Normalität zwischen dem ganzen Chaos schaffen, das sich gelegentlich ausbreitet und sich an meine Fersen heftet; meinen Blog trotzdem noch Zuflucht sein lassen, wenn das Chaos wieder auf mich hereinbricht. Und das tut es bekanntlich gerne!